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Gesamtausgabe 35 - 2010

Kommentar zur Gesundheits- und Sozialpolitik:
„Pharmapreisschaukel”: Rösler will gegen Konzerne vorgehen

Ärzte:
Lucentis/Avastin: BVA macht Druck - BMG will Arzneikosten sparen
Der Honorarkrieg ist ausgebrochen: Acht KVen wollen größere Kuchenanteile

Zahnärzte:
Keine Honorarreform - „Auftritte” des KZBV-Trios scheinen nicht anzukommen

Krankenhäuser:
Oberndorf verkauft Krankenhaus für einen „Appel und ein Ei”

Deal mit den Banken sichert Klinikfinanzen in Bad Rothenfelde

Personalia

Verlagsmitteilung:
Referententableau für das 2. Greifswalder Symposium

Netto: 29,85 €

Kommentar zur Gesundheits- und Sozialpolitik:

„Pharmapreisschaukel”: Rösler will gegen Konzerne vorgehen

(A+S 35 - 10) Am und im deutschen Gesundheitswesen läßt sich viel Geld verdienen. Über 170 Mrd. € an Beitragsgeldern der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verteilt allein der vom Bonner Bundesversicherungsamt (BVA) verwaltete Gesundheitsfonds um. Vor lauter Euro-Zeichen in den Augen übertreiben es aber manche Leistungserbringer mit ihrer Geld- und Profitgier. Nicht nur der Deutsche Hausärzteverband (HÄV) und seine Landesverbände stehen dabei am öffentlichen Pranger, auch die deutschen Töchter der internationalen Pharmakonzerne können es nicht sein lassen, sich unsozial zu verhalten. 17 Konzerne unterliefen im Sommer 2010 die Berliner Sparvorstellungen mittels horrender Preiserhöhungen. Wenn die neuesten Nachrichten vom 2. September 2010 stimmen, dann will die „Boygroup” von Bundesgesundheitsminister Dr. med. Philipp Rösler (37) dagegen vorgehen und die überzogenen Gewinne wieder abschöpfen.

Netto: 8,50 €

Ärzte:

Lucentis/Avastin: BVA macht Druck - BMG will Arzneikosten sparen

Netto: 8,50 €

Ärzte:

Der Honorarkrieg ist ausgebrochen: Acht KVen wollen größere Kuchenanteile

(A+S 35 - 10) In der deutschen Vertragsärzteschaft herrschen harte Wahlkampfzeiten. Die Vertre- terversammlungen (VVen) der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) müssen neu bestimmt werden, um als Aufsichtsgremien spätestens bis Januar 2011 die hauptamtlichen Vorstände der Körperschaften (neu) zu wählen. Wenn es um die „Futtertröge” geht, um Macht, Geld und Einfluß, dann prescht manchmal ein Wahlkämpfer so unvorsichtig vor, daß es dem unvoreingenommenen Beobachter schon fast peinlich werden kann. Vor allem, wenn er sich als wahres „Plappermaul” er- weist. Das ehemalige Mitglied des Bundesvorstandes des Deutschen Hausärzteverbandes (HÄV) und jetzige stellvertretende hessische KV-Chef Dr. med. Gerd W. Zimmermann (61) möchte noch weiter Karriere machen und nach ganz oben aufrücken. Aus diesem Grunde schwätzte er öffentlich, was insgesamt acht KVen so alles vor haben, um ihren Mitgliedern mehr Honorar ausschütten zu können.

Netto: 4,50 €

Zahnärzte:

Keine Honorarreform - „Auftritte” des KZBV-Trios scheinen nicht anzukommen

(A+S 35 -10) Der Eindruck, daß die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) in Köln am Rhein im berufspolitischen Schlaf der Gerechten versunken ist oder es aber gemächlich angehen läßt, verstärkt sich immer mehr. Fast eine Woche benötigte die oberste Körperschaft der Vertragszahnärzte, um zu bemerken, daß ihnen honorarpolitisch von Berlin aus harter Wind entgegen weht. Hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) im „Diskussionsentwurf” vom 11. August 2010 noch mit einer grundlegenden Honorarreform im Jahr 2013 gewunken, so verschwand dieses „Zückerle” bereits im Referentenentwurf des GKV Fin-G vom 25. August 2010 wieder. Erst am 31. August 2010 raffte man sich im Rheinland zum großen Gegreine und Gejammere ob dieser bitteren Lobby-Niederlage auf.

Netto: 4,50 €

Krankenhäuser:

Oberndorf verkauft Krankenhaus für einen „Appel und ein Ei”

(A+S 35 - 10) Über Entscheidungen von Gemeinderäten kann man manchmal regelrecht staunen. Vor einer vielköpfigen Besucherkulisse beschloß der Gemeinderat der schwäbischen Stadt Obern- dorf in seiner letzten Sitzung am 31. August 2010, sein Krankenhaus aus die Heidelberger SRH-Gruppe zu verkaufen - zum Preis von schlappen 75.000 €. Sehr zum Unwillen des Zollern-Alb-Kreises und der Züricher AMEOS-Gruppe, die sogar 1 Mill. € geboten hatte.

Netto: 4,50 €

Krankenhäuser:

Deal mit den Banken sichert Klinikfinanzen in Bad Rothenfelde

(A+S 35 - 10) Die niedersächsische Gemeinde Bad Rothenfelde und die dortige Klinik im Kurpark der Hasselmann-Gruppe haben einen Saleand-Leaseback-Vertrag mit Unternehmen aus der Volksbank-Gruppe geschlossen, mit dem das Klinikgebäude verkauft und zurückgeleast wird.

Netto: 4,50 €

Verlagsmitteilung:

Referententableau für das 2. Greifswalder Symposium

(A+S 35 - 10) Die Drucklegung der Einladung für das 2. Greifswalder Symposium „Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum” verzögert sich um einige Tage. Daher erlaubt sich die A+S-Redaktion schon heute durch einen ersten Blick auf die Referentenliste Appetit auf die gemeinsame Veranstaltung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald und der A+S herausgebenden MC.B Verlag GmbH am 18. Oktober 2010 im KBV-Haus in Berlin zu machen. So haben neben der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden und Landesgesundheitsministerin Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) im politischen Bereich zugesagt die Staatssekretäre Josef Hecken (Bundesfamilienministerium) und Dr. med. Daniel Rühmkorf (Brandenburg). Unter den Wissenschaftlern finden sich Namen wie Prof. Dres. Adelheid Kuhlmey und Axel Ekkernkamp (beide Berlin), Wolfgang Hoffmann und Walter Ried (beide Greifswald), unter den Vertretern der Leistungserbringer unter anderem DAV-Vorsitzender Fritz Becker (Pforzheim).